Der CHUWI HeroBox mit Intel Celeron N4120 gehört zu den Mini-PCs, die trotz ihres Alters noch eine interessante Anschaffung sein können.
Natürlich kann er leistungsmäßig nicht mit Mini-PCs mit Ryzen mithalten. Nicht einmal mit Intel-Prozessoren aus ein paar späteren Generationen, etwa dem N100 oder N150. Für manche Anwendungen fällt der Unterschied aber kaum ins Gewicht.
Außerdem kostet er längst nicht so viel: Während ein N100 auf Gebrauchtplattformen derzeit mindestens rund 140 € kostet, bekommst du diesen HeroBox für etwa 80 €, also praktisch zum halben Preis.
Und wie gesagt: Für bestimmte Aufgaben brauchst du schlicht nicht mehr Leistung.
Vor diesem Test habe ich ihn in verschiedenen Szenarien ausprobiert:
- Mit Windows 11, das ab Werk installiert ist.
- Mit Linux Mint.
- Für die Medienwiedergabe.
- Mit Emulatoren und älteren Spielen.
- Für Büroarbeiten.
Mein Fazit lautet: Sein idealer Einsatzzweck liegt auf der Hand, und auch als Zweitrechner hat er einiges zu bieten.
Allerdings gibt es einen wichtigen Nachteil, auf den ich im Test selbstverständlich eingehe.
Ein hervorragender HTPC für sehr wenig Geld
Das ist für mich der wichtigste Einsatzzweck des CHUWI HeroBox N4120.
Zunächst einmal: Er hat keinen Lüfter. Die Kühlung erfolgt komplett passiv, er macht also keinen Lärm. Das ist besonders angenehm, wenn du einen Film schaust und der Computer direkt neben dem Fernseher steht. Damit unterscheidet er sich von den meisten PCs und Mini-PCs auf dem Markt, die mehr oder weniger laute Lüfter haben.
Außerdem hat der Intel Celeron N4120 eine TDP von nur 6 W. Wir sprechen also von einem Gerät, das auf einen niedrigen Stromverbrauch ausgelegt ist.
Diese Kombination macht es durchaus sinnvoll, ihn viele Stunden oder sogar den ganzen Tag laufen zu lassen, um Videos herunterzuladen oder ihn als kleinen Heimserver oder NAS zu nutzen..
Dabei helfen auch seine zahlreichen Anschlüsse, auf die ich weiter unten eingehe.

4K-Wiedergabe und Videocodecs
Die Intel UHD Graphics 600 unterstützt die Hardwaredekodierung von H.264, H.265/HEVC mit 8 und 10 Bit sowie VP9.
Ich habe 10-Bit-HEVC-Dateien in 4K-Auflösung getestet und die Wiedergabe lief flüssig, ohne erkennbare Probleme, sowohl mit VLC als auch mit PotPlayer (meinen bevorzugten Videoplayern unter Windows).
Letzteren habe ich auch mit HDR-Dateien ausprobiert. Ich konnte die HDR-Verarbeitung ein- und ausschalten und dabei einen deutlichen Farbunterschied am Fernseher erkennen, ohne dass sich die flüssige Wiedergabe veränderte.
Wenn du gern Filme oder Serien schaust, ist dieser Rechner also ein guter Begleiter. Beachte allerdings eine Einschränkung gegenüber neueren Mini-PCs: Er unterstützt keine AV1-Hardwaredekodierung, die modernere Prozessoren durchaus bieten.
Ja, AV1-Inhalte sind bei Weitem nicht am weitesten verbreitet. Aber die Möglichkeit zu haben ist besser, als darauf verzichten zu müssen.
Übrigens findest du hier einen Artikel, in dem ich diese Videocodecs und -formate erkläre, falls du tiefer in das Thema dieses Tests einsteigen möchtest.
Speicherplatz für Filme und Serien
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass du eine 2,5-Zoll-SATA-Festplatte im Gehäuse einbauen kannst, zusätzlich zur Haupt-SSD.
Damit lässt sich ein kleines Mediencenter (beispielsweise mit Kodi) oder ein NAS mit einer günstigen HDD und ordentlich Speicherplatz einrichten. Wenn du mehr Platz brauchst, kannst du außerdem externe USB-Laufwerke anschließen.
Und da der Rechner Dualband-WLAN und Gigabit-Ethernet bietet, kannst du Inhalte aus dem Netzwerk abspielen oder Dateien herunterladen. Bei meinen Tests funktionierten beide Verbindungen einwandfrei.
Wie gesagt: Als einfacher HTPC leistet dieses Gerät für sehr wenig Geld hervorragende Dienste. Und das ganz ohne Lüftergeräusch im Hintergrund.

Eine kleine Retro-Konsole: Emulatoren und alte Spiele
Der zweite interessante Einsatzzweck ist die Verwendung als Emulationsmaschine.
Für klassische Systeme wie NES, Super Nintendo, Mega Drive, die erste PlayStation und Nintendo 64 reicht die Leistung des N4120 aus, um die Spiele problemlos zu genießen.
Du kannst auch noch weitergehen. Bei anspruchsvolleren Konsolen sieht es allerdings anders aus, und man sollte realistisch bleiben.
PSP läuft ziemlich gut, abgesehen von bestimmten Titeln wie God of War, bei denen es gelegentlich ruckelt.
GameCube, Wii und PS2 kommen ziemlich nah an die Leistungsgrenzen dieses Prozessors. Manche Spiele laufen mit bescheidenen Einstellungen recht ordentlich, andere werden ruckeln. Dolphin liefert auf solcher Hardware meist bessere Ergebnisse als PCSX2, wobei das stark vom Spiel abhängt.
Ich würde diesen HeroBox also nicht gezielt für die PS2-Emulation kaufen. Wenn dein Ziel aber Konsolen von der 16-Bit-Ära bis zu N64, PSP, Dreamcast und einzelne Titel neuerer Konsolen sind, lohnt sich ein Blick.
Hier ist ein Video desselben Geräts, allerdings mit einer etwas schwächeren N4100-CPU:
Auch ältere PC-Spiele lassen sich damit ausführen, fast immer mit 720p und niedrigen Grafikeinstellungen, denn die UHD Graphics 600 hat ziemlich wenig Leistung.
Ein weiteres Detail gefällt mir: der VGA-Ausgang..
Falls du noch einen CRT-Computermonitor hast, kannst du ihn anschließen, dir eine kleine Retro-Konsole zusammenstellen und die Spiele so sehen, wie sie ursprünglich aussahen..
Das klingt alles sehr gut, doch es gibt ein Problem: die Temperatur , wenn du stundenlang 3D-Spiele spielst. Weiter unten verrate ich dir, wie heiß mein Gerät wurde.
Linux Mint bekommt ihm besser als Windows 11
Der HeroBox eignet sich durchaus auch als Computer für alltägliche Aufgaben und Büroarbeiten.
Ich habe mit Windows 11 gearbeitet, und normalerweise finde ich die Leistung zum Surfen, Bearbeiten von Dokumenten und für einfache Bildbearbeitung ausreichend..
Problematisch wird es, wenn Windows beschließt, Updates zu installieren.
Der Celeron N4120 hat vier Kerne und vier Threads mit einem Basistakt von 1,1 GHz. Leistungsreserven hat er wirklich nicht, und sobald Windows Update loslegt, schießt die CPU-Auslastung in die Höhe und der Rechner wird deutlich träger.
Ehrlich gesagt ist das bei einem Gerät mit solchen Eigenschaften mein einziger wirklicher Kritikpunkt. Es ist natürlich nicht dafür gedacht, AutoCAD-Zeichnungen zu rendern.
Mit Linux Mint habe ich bessere Erfahrungen gemacht..
Das System läuft bei meinen üblichen Aufgaben flotter, nutzt die verfügbaren 8 GB RAM recht gut aus und lässt sich angenehm für normale Arbeiten, Surfen und Multimedia einsetzen.
Würde ich ihn als Zweitrechner kaufen, würde ich persönlich Linux Mint bevorzugen. Allerdings habe ich die neue Windows-11-Version mit Verbesserungen bei der RAM-Nutzung auf Geräten mit 8 GB noch nicht getestet.
Insofern ist er ein hervorragender Zweitrechner für andere Aufgaben – du weißt ja, dass ich meine Tätigkeiten gern voneinander trenne – und ein praktischer Notfallrechner zum Arbeiten.
Wartung, Aufrüstmöglichkeiten und Temperaturen
Was ich an diesem CHUWI schätze, ist der relativ einfache Zugang zum Innenleben.
Um die Bodenabdeckung zu öffnen, musst du lediglich sechs Schrauben entfernen. Danach kannst du die SATA-Festplatte ohne weitere Schwierigkeiten einbauen.
Die mitgelieferte 256-GB-M.2-SATA-SSD auszutauschen und die Wärmeleitpaste des Prozessors zu wechseln, ist etwas komplizierter. Nicht viel, aber man muss vorsichtig sein und ein paar Kabel abziehen.
Beim Arbeitsspeicher sieht es anders aus. Die 8 GB RAM sind verlötet, du kannst sie also nicht erweitern. Für die beschriebenen Anwendungen reicht das aus, aber vor dem Kauf sollte man es wissen.
Das Temperaturproblem
Am meisten enttäuscht hat mich die Kühlung des HeroBox unter Volllast.
Die passive Kühlung ist wunderbar, um Geräusche zu vermeiden, hat aber auch deutliche Grenzen.
Mein Gerät erreichte 87 °C bei voller CPU-Auslastung, sogar nach dem Wechsel der Wärmeleitpaste, und zwar mit der ab Werk eingestellten Leistungsbegrenzung im BIOS, die ich empfehle.
Das BIOS hielt die dauerhafte Leistungsgrenze auf den offiziellen Intel-Werten, erlaubte aber bei kurzen Leistungsspitzen etwas mehr Spielraum. Angesichts der Wärmeabfuhr kam mir nicht einmal in den Sinn, diese Grenzen für meine Tests manuell anzuheben.
Außerdem konnte ich durch den Einsatz hochwertigerer Wärmeleitpaste die Temperaturen um etwa 5 °C bei normaler Nutzung (Büroarbeiten und Videowiedergabe) senken.
Die 87 °C liegen zwar unter Intels angegebener Temperaturgrenze von 105 °C, sind mir für einen sparsamen Mini-PC aber immer noch zu hoch. Deshalb würde ich ihn nicht für regelmäßiges 3D-Gaming oder anspruchsvolle Emulation empfehlen.
Das erinnert mich übrigens an meine Erfahrungen mit dem CHUWI MiniBook X N150, das ich wegen einer Kombination aus mäßiger Akkulaufzeit und hohen Temperaturen zurückgegeben habe.
Den HeroBox hingegen habe ich behalten. Der Unterschied liegt im Einsatzzweck: Ich möchte ihn vor allem als HTPC nutzen, wo die Belastung dank Hardwaredekodierung meist wesentlich geringer ist. Dafür sind mir die Lautlosigkeit und der niedrige Verbrauch wichtiger als seine eingeschränkte Wärmeabfuhr bei anspruchsvollen Aufgaben.
Allerdings steht er an einem gut belüfteten Platz und nicht in einem geschlossenen Möbelstück.
Anschlüsse, Größe und Mobilität
Der HeroBox ist etwas größer als andere Mini-PCs, aber das stört mich nicht.
Mit rund 18,8 × 13,8 × 3,7 cm und einem Gewicht von etwa einem halben Kilo ist er immer noch extrem leicht zu transportieren. Zudem bietet das größere Gehäuse Platz für mehr Anschlüsse und das optionale 2,5-Zoll-Laufwerk..
Er besitzt HDMI, VGA, vier USB-A-Anschlüsse, einen USB-C-Anschluss, Gigabit-Ethernet, einen microSD-Kartenleser und eine 3,5-mm-Audiobuchse.

Was mir bei meinen Tests am meisten gefehlt hat, war ein zweiter HDMI-Anschluss. Du kannst zwar wie ich zwei Bildschirme über HDMI und VGA anschließen, doch VGA unterstützt kein 4K, und ich arbeite normalerweise mit zwei 4K-Monitoren bei 60 Hz.
Ein letzter interessanter Einsatzzweck: Du könntest den Rechner mit einer Powerbank mit geeignetem Ausgang und einem Adapter für seinen Hohlstecker betreiben. Mit einem tragbaren Bildschirm lässt er sich sogar als Laptop-Ersatz einsetzen. Für mich ergibt das Sinn und ist ein weiterer Grund, weshalb ich ihn behalten habe.
Die Stärken des CHUWI HeroBox N4120
- Völlig lautlos: passive Kühlung, ideal für einen HTPC.
- Niedriger Stromverbrauch: geeignet für viele Stunden Dauerbetrieb.
- Gute Medienwiedergabe: H.264, 10-Bit-HEVC in 4K und VP9 per Hardware.
- Erweiterbarer Speicher: M.2-SATA-SSD und zusätzlicher 2,5-Zoll-Schacht.
- Viele Anschlüsse: HDMI, VGA, Gigabit-Ethernet und zahlreiche USB-Anschlüsse.
- Preis: für rund 80 € gebraucht bietet er für diese Einsatzzwecke einiges.
Die Schwächen des CHUWI HeroBox N4120
- Hohe Temperaturen beim Ausführen von 3D-Spielen oder anspruchsvollen Emulatoren.
- Begrenzte Leistung: besonders unter Windows 11 spürbar, wenn Hintergrundprozesse laufen.
- Verlöteter RAM: die 8 GB lassen sich nicht erweitern.
- Nur ein HDMI-Ausgang und keine AV1-Hardwaredekodierung.
Fazit: Lohnt sich der CHUWI HeroBox N4120 für 80 €?
Ja, vor allem wenn du einen lautlosen HTPC, einen kleinen Computer für Retro-Emulation oder einen Zweitrechner mit Linux suchst.
Für rund 80 € bekommst du einen Rechner, der kaum Platz braucht, 10-Bit-HEVC-Videos in 4K abspielen kann, zusätzlichen Speicher unterstützt und genug Anschlüsse für viele Anwendungen hat.
Für regelmäßige Arbeit mit anspruchsvoller Software oder stundenlanges Gaming würde ich ihn aber nicht kaufen. Der N4120 liegt deutlich hinter N100 und N150, und auch die Temperaturen unter Last helfen nicht. Das ist eben der Nachteil der passiven Kühlung.
Wenn du einen Hauptrechner suchst und etwa 150 € für einen Mini-PC mit N100 ausgeben kannst – oder sogar rund 200 € für ein Ryzen-Modell –, dürfte sich das lohnen.
Wenn du hingegen Filme abspielen, Videos speichern, Linux Mint nutzen oder mit klassischen Emulatoren spielen möchtest und daneben einen Zweitrechner brauchst, ist die Ersparnis sinnvoll..
Für Filme und gelegentliche Retro-Spiele reicht es mir, wenn die Wiedergabe gut funktioniert, der Verbrauch niedrig ist und man nichts hört.
Technische Daten des CHUWI HeroBox N4120
| Merkmal | Spezifikation |
| Prozessor | Intel Celeron N4120 |
| Architektur | Gemini Lake Refresh |
| Kerne / Threads | 4 / 4 |
| Taktfrequenz | 1,1 GHz, bis zu 2,6 GHz im Burst |
| Prozessor-TDP | 6 W |
| Grafik | Intel UHD Graphics 600 |
| RAM | 8 GB LPDDR4, verlötet |
| Ursprünglicher Speicher | 256-GB-M.2-SATA-SSD |
| Erweiterung | Ein zusätzliches 2,5-Zoll-SATA-Laufwerk |
| Videoausgänge | HDMI und VGA |
| USB | 2 USB 3.0, 2 USB 2.0 und 1 USB-C |
| Netzwerk | Gigabit-Ethernet und Dualband-WLAN |
| Weitere Anschlüsse | Bluetooth, microSD und 3,5-mm-Audio |
| Kühlung | Passiv |
| Abmessungen | 187,6 × 138,3 × 37,3 mm |
| Gewicht | Etwa 0,5–0,6 kg, ohne Netzteil |
| Interessanter Gebrauchtpreis | Etwa 80 € |
Bewertung
Für wen es ist
✔️ Für alle, die einen günstigen, völlig lautlosen HTPC suchen.✔️ Für alle, die einen Rechner für Emulatoren und ältere Spiele möchten.
✔️ Für alle, die einen kleinen Download- und Heimserver suchen.
Für wen es nicht ist
❌ Für alle, die einen leistungsfähigen Hauptrechner brauchen.❌ Für alle, die den gesamten PS2- und Wii-Katalog problemlos emulieren wollen.
❌ Für alle, die stundenlang anspruchsvolle 3D-Spiele spielen möchten.
❌ Für alle, die mehr RAM oder zwei 4K-Monitore mit 60 Hz brauchen.
Häufige Fragen
Lohnt sich der CHUWI HeroBox N4120 im Jahr 2026?
Ja, für rund 80 € gebraucht ist er für HTPC, Retro-Emulation und leichte Büroarbeiten interessant. Wer mehr Leistung braucht, sollte einen Mini-PC mit Intel N100 in Betracht ziehen.
Ist Windows 11 oder Linux Mint besser geeignet?
Meiner Erfahrung nach läuft Linux Mint flüssiger. Windows 11 lässt sich nutzen, aber Updates können den Celeron N4120 überlasten.
Kann er 4K-Filme in 10-Bit-H.265 wiedergeben?
Ja. Ich habe 10-Bit-HEVC-Dateien in 4K flüssig abgespielt. Die native HDR10-Ausgabe habe ich dagegen nicht überprüft.
Eignet er sich für die Emulation von PlayStation 2 und Wii?
Einige Spiele laufen, aber die Leistung schwankt stark und manche Titel ruckeln. Für die Emulation älterer Konsolen ist er deutlich besser geeignet.
Wird der CHUWI HeroBox sehr heiß?
Ja, bei intensiver Nutzung. Mein Gerät erreichte selbst nach dem Wechsel der Wärmeleitpaste 87 °C; bei der Medienwiedergabe ist die Last allerdings geringer.
Lässt sich der Arbeitsspeicher erweitern?
Nein. Die 8 GB RAM sind verlötet. Du kannst aber die M.2-SATA-SSD austauschen und ein weiteres 2,5-Zoll-Laufwerk einbauen.
Ist er laut?
Nein. Er wird passiv gekühlt und hat keinen Lüfter, ist also völlig lautlos.

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