Einen Computer per HDMI mit einer Soundbar oder einem AV-Receiver zu verbinden, klingt einfach. Du steckst das Kabel ein, öffnest einen Film mit dem Windows-Player und erwartest, dass das System den 5.1-Sound korrekt wiedergibt.
Bei Windows funktioniert das allerdings nicht einfach so.
Bei einfachen Verbindungen (PC > Soundbar > TV) musst du das Betriebssystem und das Programm konfigurieren, mit dem du das Video abspielen möchtest.
Bei etwas komplexeren Verbindungen (PC > TV > Soundbar über ARC-Kanal) musst du das oben Genannte konfigurieren und auch den Fernseher. Außerdem erkennt Windows den TV häufig nur als Stereo-Gerät (2 Kanäle) und lässt dich Surround-Sound auf diesem Weg nicht senden. Microsoft eben.
Für den zweiten Fall gibt es zwar Lösungen – etwa ein zweites Kabel vom PC zur Audioanlage –, doch in diesem Artikel konzentriere ich mich auf die erste Variante.
Und ich nutze die Gelegenheit, weil ich das selbst einrichten musste, wie ich dir schon erzählt habe, als ich erklärt habe, warum der i5-7500 derzeit der Prozessor mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis ist und warum ich ihn für mein Home Cinema gewählt habe.
In meinem Fall erkannte Windows 11 die Soundbar korrekt und wusste, dass sie Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS und DTS-HD unterstützt. Außerdem zeigte es an, dass die Verbindung bis zu acht Kanäle unterstützt.
Trotzdem zeigte die Soundbar beim Abspielen eines Films mit AAC-5.1-Ton nur „PCM“ an und die hinteren Lautsprecher blieben stumm.
Um Surround-Sound zu bekommen, habe ich am Ende zwei Playerkonfiguriert. Ich erkläre dir, welche und warum.
Vorabprüfungen und grundlegende Begriffe
Bevor wir mit dem eigentlichen Tutorial loslegen, solltest du einige Begriffe verstehen und ein paar Dinge vorab prüfen.
Was ist PCM-Sound?
PCM ist ein bereits dekomprimiertes Audioformat. Es kann zwei, sechs oder acht Kanäle enthalten. Dass die Soundbar PCM anzeigt, bedeutet daher nicht automatisch, dass sie Stereo empfängt.
| Angezeigtes Format | Was es bedeuten kann |
| PCM 2.0 | Zwei unkomprimierte Kanäle |
| PCM 5.1 | Sechs unkomprimierte Kanäle |
| PCM 7.1 | Acht unkomprimierte Kanäle |
| Dolby Digital | Komprimiertes AC3-Audio, normalerweise bis 5.1 |
| DTS | Komprimiertes DTS-Audio, normalerweise bis 5.1 |
| Dolby TrueHD oder DTS-HD | Hochauflösendes Mehrkanal-Audio |
Wichtig ist hier, dass du verstehst: Ein korrekt übertragenes PCM 5.1 kann eine höhere Klangtreue als Dolby Digital bieten, weil keine erneute verlustbehaftete Kompression nötig ist.
Das Problem entsteht, wenn der Film sechs Kanäle hat, der Computer oder ein anderes Gerät in der Kette am Ende aber nur PCM 2.0 ausgibt.
Und das ist nicht immer sofort zu erkennen, denn manche Soundbars zeigen nicht an, ob das empfangene PCM 2.0 oder 5.1 ist.
Um es eindeutig zu prüfen, musst du nur hören, ob aus den hinteren Surround-Lautsprechern Ton kommt. Bei mir zeigte die Soundbar PCM an, die hinteren Lautsprecher blieben aber stumm. Also war klar, dass der Decoder nur zwei Kanäle ausgab.
Was sind Passthrough und Bitstream?
Wenn wir Passthrough (sinngemäß „durchreichen“) aktivieren, decodiert das Gerät oder der Player die Audiospur nicht, sondern sendet sie unverändert weiter, damit das nächste Gerät in der Audiokette sie decodiert.
In unserem Fall konfigurieren wir den Windows-Player so, dass er den Ton der Videodatei nicht decodiert, sondern „durchreicht“, damit Soundbar oder AV-Receiver das übernehmen. Passthrough ist am sinnvollsten, wenn die Datei bereits ein Format enthält, das Soundbar oder Receiver unterstützen. Übliche Audioformate bei Soundbars oder Decodern der Mittel- und Oberklasse sind:
- Dolby Digital oder AC3.
- Dolby Digital Plus oder E-AC3.
- Dolby TrueHD.
- DTS.
- DTS-HD.
- Dolby Atmos auf Basis von E-AC3 oder TrueHD.
- DTS:X auf Basis von DTS-HD.
Ein sehr häufiges Format bei aus dem Internet geladenen Filmen ist dagegen AAC – als Stereo oder 5.1 – und wird normalerweise nicht unverändert an den Decoder gesendet. Der Windows-Player decodiert es und erzeugt Mehrkanal-PCM. Dabei kann jedoch etwas schiefgehen: Nicht alle Kanäle erreichen den Decoder oder dieser interpretiert sie falsch, sodass beispielsweise aus 5.1 Stereo wird.
Auch dafür gibt es eine Lösung, wenn auch eine weniger saubere, die nicht jeder Windows-Player anbietet. Weiter unten erkläre ich sie.
Den PC an den Receiver anzuschließen ist nicht dasselbe wie ihn an den Fernseher anzuschließen
Erinnere dich an das, was ich am Anfang gesagt habe: Es gibt zwei übliche Wege, die Audioanlage mit dem PC zu verbinden. Die direkteste Verbindung ist:
PC > Soundbar oder AV-Receiver > Fernseher Bei dieser Konfiguration erhält der Receiver den Ton direkt vom Computer und sendet das Bild an den Fernseher.
Die andere Möglichkeit ist:
PC > Fernseher (HDMI ARC) > Soundbar oder AV-Receiver Bei dieser zweiten Variante sitzt der Fernseher dazwischen. Selbst wenn die Soundbar ein Format unterstützt, muss also auch der Fernseher es akzeptieren und weiterleiten beziehungsweise durchreichen.
Je nach TV-Modell kann Dolby unterstützt werden, DTS aber nicht; komprimierte Formate können akzeptiert werden, während Mehrkanal-PCM auf Stereo reduziert wird, oder Formate werden blockiert, die die Soundbar direkt abspielen könnte.
Damit das Tutorial nicht unnötig kompliziert wird, verwenden wir die direkte Verbindung.
Prüfe, welches Format der Film tatsächlich hat
Nicht jede 5.1-Spur verwendet Dolby oder DTS. Eine MKV- oder MP4-Datei kann AC3, E-AC3, TrueHD, DTS, DTS-HD, AAC, FLAC oder Opus enthalten.
Zum Prüfen kannst du zum Beispiel VLC verwenden. Öffne die Videodatei damit und gehe zu:
Werkzeuge > Codec-Informationen.
Suche den Audiobereich und prüfe Codec, Anzahl der Kanäle, Abtastrate und Bitrate.
| Beispieldatei: Codec: AAC Kanäle: 6 Frequenz: 48.000 Hz Bitrate: ungefähr 383 kbps |
Das hilft bei der Fehlersuche.
Jetzt, da diese Grundlagen geklärt sind, beginnen wir mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung. Sie besteht aus drei verschiedenen Blöcken beziehungsweise Prozessen:
- Windows 11 konfigurieren. Voraussetzung für die beiden folgenden Schritte.
- VLC konfigurieren. Der einfachste Player und für 80 % der Fälle ausreichend.
- PotPlayer konfigurieren. Alternative oder Ergänzung zu VLC. Komplexer, aber für 100 % der Fälle geeignet.
Block 1: Windows 11 für 5.1- oder 7.1-Sound konfigurieren
Bevor wir den Player konfigurieren, müssen wir sicherstellen, dass Windows den HDMI-Ausgang und die Lautsprecheranordnung korrekt erkennt.
Schritt 1: Den richtigen HDMI-Ausgang auswählen
Öffne
Einstellungen > System > Sound.
Unter Ausgabe, wähle das passende HDMI-Gerät aus. Es kann auf zwei Arten angezeigt werden:
- Mit dem Namen der Soundbar oder des Fernsehers.
- Mit dem Namen des Grafikkartentreibers: Intel Display Audio, NVIDIA High Definition Audio oder AMD High Definition Audio.
Schritt 2: Die klassische Sound-Systemsteuerung öffnen
- Drücke Windows + R.
- Gib mmsys.cpl ein und drücke die Eingabetaste.
- Auf der Registerkarte Wiedergabe, wähle das HDMI-Gerät aus und klicke auf Als Standard festlegen
- Öffne Eigenschaften.
Schritt 3: Unterstützte Formate prüfen
Suche in den Eigenschaften die Registerkarte Unterstützte Formate.
Windows sollte die maximale Kanalzahl und die Formate anzeigen, die die HDMI-Kette laut eigener Angabe unterstützt: Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS Audio oder DTS-HD.
Wenn weder Dolby Digital noch DTS angezeigt werden, obwohl dein Decoder sie unterstützt, liegt das Problem nicht am Windows-Player, sondern weiter vorne in der Kette.
Prüfe:
- Ob der PC ohne Adapter an einem echten HDMI-Eingang des Receivers angeschlossen ist.
- Ob der Receiver eingeschaltet ist.
- Ob das Kabel funktioniert.
- Ob der HDMI-Audiotreiber von Intel, AMD oder NVIDIA installiert ist.
Schritt 4: Die tatsächlich vorhandenen Lautsprecher konfigurieren
Gehe zurück zum Fenster Wiedergabe, wähle den HDMI-Ausgang aus und klicke auf Konfigurieren.
Wähle die tatsächliche physische Anordnung deines Systems:
- Stereo (2.0)
- Stereo mit Subwoofer (2.1)
- 5.1, wenn du drei Frontkanäle, einen Subwoofer und zwei Surround-Lautsprecher hast
- 7.1, wenn du vier getrennte Surround-Kanäle hast.
Zwei wichtige Dinge:
- Für dieses Tutorial brauchst du ein 5.1- oder 7.1-System. Du kannst aus einem Stereo-System keinen echten Surround-Sound herausholen, auch nicht, wenn du zusätzliche Lautsprecher aufstellst.
- Du solltest 7.1 nicht auswählen, wenn deine Soundbar physisch nur 5.1 hat. Wähle 5.1.
Schritt 5: Jeden Lautsprecher in Windows testen
Klicke im Einrichtungsassistenten auf jeden Lautsprecher in der Darstellung.
Wenn die Surround-Lautsprecher in Windows funktionieren, kann die HDMI-Verbindung Mehrkanalton wiedergeben. Wenn nicht, gibt es noch ein Problem mit Windows, dem Treiber, dem Receiver oder der Verbindung.
Schritt 6: 24 Bit und 48.000 Hz auswählen
Unter Eigenschaften > Erweitert, verwende zunächst 24 Bit, 48.000 Hz , sofern dein Gerät das unterstützt. Andernfalls bleib bei 16 Bit, 48.000 Hz. Die meisten Filme verwenden Audio mit 48 kHz. 96 oder 192 kHz auszuwählen fügt keine Kanäle hinzu und verbessert einen mit 48 kHz aufgenommenen Film nicht automatisch. Diese Einstellung betrifft PCM: Bei Passthrough wird die komprimierte Spur direkt weitergeleitet.
Schritt 7: Verbesserungen und Raumklang deaktivieren
Deaktiviere vorübergehend oder dauerhaft:
- Audioverbesserungen.
- Windows Sonic für Kopfhörer.
- Raumklang.
- Equalizer oder Virtualisierer des Treibers.
Aktiviere beide Optionen für den exklusiven Modus:
- Anwendungen haben alleinige Kontrolle über das Gerät.
- Anwendungen im exklusiven Modus haben Priorität.
- Damit ist der erste Konfigurationsblock abgeschlossen.
Block 2: VLC für 5.1-Sound konfigurieren
VLC ist ein extrem bekannter Player und für die meisten Filme mit Dolby oder DTS völlig ausreichend. Ziel ist, dass VLC den Ton nicht umwandelt, sondern die Spur direkt an die Soundbar oder den Receiver sendet.
Als Erstes lädst du VLC herunter und installierst ihn ganz normal.
Sobald du ihn installiert hast, konfigurieren wir ihn.
Schritt 1: HDMI-Gerät auswählen
Öffne VLC und gehe zu Werkzeuge > Einstellungen > Audio. Prüfe, ob Audio aktiviert ist.
Unter Ausgabemodul kannst du Automatischstehen lassen. Falls VLC ausnahmsweise das falsche Gerät verwendet, wähle Windows-Audio-Geräteausgabe und wähle ausdrücklich den HDMI-Ausgang der Soundbar oder des Receivers.
Schritt 2: HDMI-Passthrough aktivieren
Suche im selben Bereich nach einer Option namens HDMI/SPDIF-Passthrough, S/PDIF verwenden, wenn verfügbar, Audio-Passthrough oder Direkte HDMI/SPDIF-Ausgabe. Die genaue Bezeichnung kann je nach VLC-Version und Übersetzung variieren.
Wähle Aktiviert. Wenn mehrere Optionen vorhanden sind, nimm diejenige, die alle unterstützten Formate zulässt und nicht nur grundlegendes AC3 und DTS.
Klicke auf Speichern, beende VLC vollständig und starte es erneut.
Als Hinweis vorweg: AAC unterstützt in VLC kein Passthrough. Deshalb verwenden wir für bestimmte Fälle PotPlayer.
Schritt 3: Die richtige 5.1-Spur auswählen
Öffne den Film und gehe zu Audio > Audiospur.
Eine Datei kann gleichzeitig Spanisch 5.1, Englisch 7.1, eine Stereo-Spur, Audiodeskription oder einen Regiekommentar enthalten. Geh nicht davon aus, dass VLC automatisch die Mehrkanalspur ausgewählt hat.
Schritt 4: Codec und erwartetes Ergebnis prüfen
Gehe zu Werkzeuge > Codec-Informationen.
Das erwartete Ergebnis hängt von der Spur ab:
| Film-Codec | Erwartete Anzeige an der Soundbar |
| AC3 | Dolby Digital |
| E-AC3 | Dolby Digital Plus |
| TrueHD | Dolby TrueHD |
| DTS | DTS |
| DTS-HD | DTS-HD |
| AAC 5.1 | Normalerweise PCM |
| FLAC 5.1 | Normalerweise Mehrkanal-PCM |
| Opus 5.1 | Normalerweise Mehrkanal-PCM |
Schritt 5: Das Format an der Soundbar prüfen
Bei der Wiedergabe einer kompatiblen Spur per Passthrough sollte die Soundbar Dolby Digital, DTS, Dolby TrueHD oder DTS-HD anzeigen.
Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Wenn der Film AC3 oder DTS verwendet und die Soundbar weiterhin PCM anzeigt, funktioniert Passthrough nicht und wir müssen herausfinden, warum.
- Wenn es AAC ist und PCM angezeigt wird, ist das normal: VLC decodiert AAC. Wie bereits erwähnt, lässt sich dieses Format nicht unverändert an den Decoder durchreichen.
Hinweis: Windows muss nicht als 7.1 konfiguriert sein, um eine 7.1-Spur per Passthrough zu senden. Der Player überträgt die komplette Spur und der Receiver passt sie an die vorhandenen Lautsprecher an.
Was tun, wenn VLC PCM anzeigt und die Surround-Lautsprecher stumm bleiben?
Prüfe zuerst den Codec. Bei AC3, DTS, TrueHD oder DTS-HD kontrollierst du Passthrough. Bei AAC 5.1, FLAC 5.1 oder Opus 5.1 wandelt VLC die Spur wahrscheinlich in Mehrkanal-PCM um.
Bei einer direkten Verbindung vom PC zum Receiver sollte PCM 5.1 funktionieren, wenn Windows und Receiver richtig konfiguriert sind. Es kann aber sein, dass VLC Stereo-PCM sendet, Windows das Gerät als Stereo eingerichtet hat oder die Kanalzuordnung nicht passt.
In solchen Fällen besteht die Lösung darin, PotPlayer zu verwenden und AAC in Echtzeit als Dolby Digital AC3 neu zu codieren.
Bis hierhin ist alles Nötige erledigt, um 5.1 in VLC zu aktivieren. Ich nutze die Gelegenheit aber für eine weitere interessante Option: Hardwarebeschleunigung.
Optionaler Schritt: DXVA in VLC aktivieren
DXVA ermöglicht es der Grafikkarte – integriert oder dediziert –, bei der Videodecodierung zu helfen. Es verändert weder den Ton noch verbessert es die Bildqualität, reduziert aber die CPU-Last und kann Ruckler bei großen Dateien vermeiden.
Gehe in VLC zu Werkzeuge > Einstellungen > Eingang/Codecs.
Suche Hardwarebeschleunigte Decodierung und wähle zunächst Automatisch.
Wenn Probleme auftreten oder du es manuell testen möchtest, verwende Direct3D 11 Video Acceleration oder DXVA 2.0. Speichere die Änderungen, beende VLC und starte es erneut.
Prüfen, ob DXVA funktioniert
Öffne den Task-Manager mit Strg + Umschalt + Esc, gehe zu Leistung > GPU und spiele einen H.264- oder H.265-Film ab.
Beobachte das Diagramm Video Decode. Wenn die Beschleunigung aktiv ist, sollte dort Aktivität zu sehen sein und die CPU-Auslastung sinken.
Fertig, VLC ist jetzt ready und spielt rund 80 % deiner Videos hervorragend ab.
Es bleiben aber etwa 20 %, die beim Ton Probleme machen, zum Beispiel AAC 5.1 …
Block 3: PotPlayer so konfigurieren, dass alles abgespielt wird
Für diese Dateien verwenden wir einen anderen Player.
PotPlayer kann VLC vollständig ersetzen. Richtig konfiguriert bietet er sogar noch ein paar Extras.
Die Konfiguration, die ich dir hier vorschlage, erledigt zwei Dinge:
- Sie sendet Dolby und DTS direkt per Passthrough, genau wie VLC.
- Zusätzlich wandelt sie AAC 5.1 in Dolby Digital AC3 um , wenn Mehrkanal-PCM nicht richtig funktioniert. Das kann VLC nicht.
Wie machen wir das?
Wie immer zuerst herunterladen und installieren PotPlayer.
Nach der Installation konfigurieren wir ihn.
Schritt 1: Einstellungen öffnen
Öffne PotPlayer und drücke F5.
Wichtig: Die genauen Bezeichnungen können leicht abweichen , je nach Übersetzung, aber die grundsätzliche Struktur bleibt gleich.
Schritt 2: WASAPI und den HDMI-Ausgang auswählen
- Gehe zu Audio.
- Unter Audio-Renderer, wähle Integriertes WASAPI.
- Unter Passthrough-Renderer, wähle ausdrücklich das HDMI-Gerät der Soundbar oder des Receivers. Du kannst auch das Standardgerät verwenden, wenn der Decoder in Windows als Standard festgelegt ist.
Schritt 3: Lautsprecher auf 5.1 einstellen
Wähle im Dropdown-Menü Lautsprecher 3/0/2+LFE – 5.1 Kanäle. Zur Erklärung: Diese Bezeichnung steht für drei Frontkanäle, zwei Surround-Kanäle und einen LFE-Kanal für den Subwoofer.
Wähle nicht 3/0/2 – 5.0 Kanäle, denn dabei fehlt der LFE-Kanal. Wähle auch nicht Dolby Pro Logic , denn das erzeugt einen Surround-Effekt aus einer Stereo-Spur und ist nicht sinnvoll, wenn der Film bereits sechs echte Kanäle enthält.
Lass deaktiviert: Stereo auf Center erweitern und Stereo auf Surround erweitern.
Schritt 4: 48.000 Hz auswählen
Wähle als Ausgangsfrequenz 48.000 Hz. Das ist die übliche Frequenz für Filmton.
Schritt 5: Interne Audiodecoder konfigurieren
Gehe zu Filtersteuerung > Audiodecoder und öffne die Einstellungen des internen Decoders. Für AAC wähle Intern FFmpeg. PotPlayer decodiert AAC zunächst, um die sechs Kanäle zu erhalten.
Aktiviere für Dolby- und DTS-Formate Passthrough:
- AC3.
- E-AC3.
- TrueHD.
- DTS.
- DTS-HD.
In der für diesen Test verwendeten Version konnte jedes Format auf Multiplex-Passthroughgestellt werden. Aktiviere außerdem S/PDIF/HDMI-Passthrough, Kompatible Verbindung und Nur 48.000 Hz für DTS und AC3 verwenden.
Die Idee ist, dass ein Film, der bereits Dolby oder DTS enthält, weder decodiert noch neu codiert wird:
Video mit DTS-HD-Audio > PotPlayer sendet es unverändert > Der Receiver zeigt DTS-HD an
Schritt 6: AAC 5.1 als AC3 neu codieren
Gehe zurück zum Hauptbereich Audio und suche das Dropdown-Menü Ausgabe.
Wähle eine Option ähnlich wie Passthrough nach AC3-Neucodierung, Passthrough nach AC3-Codierung, S/PDIF nach AC3-Codierung oder Zu AC3 neu codieren.
Dann passiert Folgendes:
Video mit AAC-5.1-Audio > PotPlayer decodiert es mit FFmpeg > PotPlayer erzeugt Dolby Digital AC3 5.1 > HDMI > Die Soundbar zeigt Dolby Digital In meinem Fall war genau diese Änderung der Punkt, an dem die Surround-Lautsprecher zu funktionieren begannen.
Warum ich AC3 statt DTS gewählt habe
PotPlayer kann auch in Echtzeit nach DTS neu codieren.
Theoretisch kann DTS eine höhere Bitrate verwenden und weniger zusätzliche Kompression einsetzen. Das bedeutet aber nicht, dass verlorene Qualität der ursprünglichen AAC-Spur zurückgewonnen wird. In der Praxis ist diese Neucodierung weniger kompatibel und verursacht häufiger Probleme.
Hat AC3 eine höhere Qualität als PCM?
Nein. AAC in AC3 neu zu codieren fügt eine zweite verlustbehaftete Kompression hinzu.
Technisch wäre es besser, AAC 5.1 als decodiertes PCM 5.1 zu senden, sofern alle sechs Kanäle korrekt ankommen – was bei mir nicht der Fall war. Wir machen das also nicht, weil AC3 die Dateitreue verbessert, sondern weil es die Mehrkanalverteilung tatsächlich löst. Mit dieser Einstellung wechseln wir vom ursprünglichen Stereo zu der korrekten Ausgabe jedes Kanals – Center, Front, Subwoofer und Surround.
Damit wäre die Audiokonfiguration in PotPlayer abgeschlossen. Vielleicht möchtest du aber auch die Hardwarebeschleunigung für Video aktivieren.
Optionaler Schritt: DXVA in PotPlayer aktivieren
Gehe zu Filtersteuerung > Videodecoder und öffne Einstellungen für integrierten Videocodec/DXVA. Aktiviere:
- DXVA verwenden.
- Zuerst D3D11 DXVA verwenden (optional).
- H.264/AVC: VLD Bitstream Decoding.
- H.265/HEVC: VLD Bitstream Decoding.
- Auflösungsgrenze: automatisch.
Unter Kopie rückgängig machen, wähle zunächst Nicht verwenden.
Wenn du einen schwarzen Bildschirm, Flackern oder merkwürdige Farben siehst, deaktiviere nur Zuerst D3D11 DXVA verwenden und lass DXVA aktiviert.
Hardwaredecodierung prüfen
Drücke während der Wiedergabe Tab.
PotPlayer zeigt technische Informationen über die Datei und die verwendeten Filter an.
Suche nach DXVA, D3D11, H/W, Hardware decoder oder VLD. Du kannst auch im Task-Manager das Diagramm Video Decode prüfen.
Empfohlene endgültige PotPlayer-Konfiguration
| Bereich | Empfohlene Einstellung |
| Audio-Renderer | Integriertes WASAPI |
| Passthrough-Renderer | HDMI-Gerät des Receivers |
| Lautsprecher | 3/0/2+LFE – 5.1 |
| Frequenz | 48.000 Hz |
| AAC | Intern FFmpeg |
| AC3, E-AC3 und TrueHD | Passthrough |
| DTS und DTS-HD | Passthrough |
| Mehrkanal-AAC | AC3-Neucodierung |
| DXVA | Aktiviert |
| D3D11 DXVA | Aktiviert |
| H.264 und H.265 | VLD Bitstream Decoding |
| Stereo-Erweiterung | Deaktiviert |
Damit haben wir gegenüber VLC 5.1-Sound bei Videos mit AAC-Audioformat gewonnen, die unseren AV-Receiver nicht korrekt als PCM 5.1 erreichen.
Alternativen zu VLC und PotPlayer
Meine Empfehlung ist, diese beiden Player zu installieren, aber es gibt weitere Alternativen.
Kodi
Kodi ist als Medienzentrum für Filme, Serien, Cover und komplette Bibliotheken gedacht. Es kann AC3 und DTS per Passthrough senden, Mehrkanalton decodieren, einige Formate in AC3 neu codieren und Hardwarebeschleunigung verwenden.
Nach der Einrichtung ist Kodi einfacher als PotPlayer, besonders wenn du den Computer dauerhaft als Medienzentrum nutzt. Der Nachteil: Die Oberfläche ist eher für die Bedienung vom Sofa und das Verwalten von Bibliotheken gedacht als dafür, schnell irgendeine Datei aus dem Windows-Explorer zu öffnen.
Und mir gefällt dieses klassische Navigieren durch Ordner einfach besser.
Xiaomi TV Box und andere externe Player
Eine weitere Möglichkeit ist ein eigenständiger Player wie eine Xiaomi TV Box, ein Android-TV-Gerät oder ein ähnliches Gerät. Der Ablauf ist meist einfacher:
Externer Player > HDMI > Soundbar oder Receiver > Fernseher Eine minimale Konfiguration am Gerät, damit es Audio als Bitstream ausgibt – und fertig.
Du kannst Filme per Streaming, von einer USB-Festplatte, aus einem Netzwerkordner, von einem Medienserver oder einem NAS wiedergeben.
Der Vorteil dieser Geräte ist, dass sie die Nutzung vereinfachen, aber weniger Kontrolle bieten als ein PC.
Übrigens musst du auch die Kompatibilität jedes Players prüfen, denn nicht alle unterstützen Passthrough für DTS-HD, TrueHD oder Mehrkanal-PCM.
Fazit
Für eine korrekte 5.1-Wiedergabe unter Windows 11 reicht es nicht, einfach HDMI anzuschließen und eine Mehrkanalspur auszuwählen. Du musst prüfen, welches Format der Film verwendet, und entscheiden, welches Gerät es decodiert.
Wenn die Spur Dolby oder DTS enthält, reicht VLC mit Passthrough meist aus. Du musst nur den HDMI-Ausgang wählen, die direkte Ausgabe aktivieren und prüfen, ob die ausgewählte Spur tatsächlich Mehrkanalton enthält.
Probleme entstehen bei Formaten wie AAC 5.1. Dort kann die korrekte Wiedergabe je nach Player, Windows oder Decoder komplizierter werden.
Wenn du das Tutorial jedoch Schritt für Schritt befolgst, läuft dein 5.1-System im Home Cinema unter Windows.
Häufige Fragen
Warum erkennt Windows 11 mein 5.1-System, aber nur die Frontlautsprecher geben Ton aus?
Weil das Erkennen des Geräts nicht garantiert, dass der Player tatsächlich alle sechs Kanäle sendet. Das Problem kann an den Windows-Einstellungen, dem Wiedergabeprogramm, dem Audioformat oder einem zwischengeschalteten Gerät in der HDMI-Verbindung liegen.
Bedeutet PCM auf der Soundbar automatisch Stereo?
Nicht unbedingt. PCM kann zwei, sechs oder acht Kanäle übertragen. Viele Soundbars zeigen jedoch nicht an, ob PCM 2.0 oder PCM 5.1 anliegt. Am einfachsten prüfst du daher, ob aus den hinteren Lautsprechern Ton kommt.
Ist PCM 5.1 besser als Dolby Digital?
Ein korrekt übertragenes PCM 5.1 kann eine höhere Klangtreue als Dolby Digital bieten, weil keine erneute verlustbehaftete Kompression nötig ist. Dolby Digital kann jedoch kompatibler sein, wenn Windows oder der Player Mehrkanal-PCM nicht korrekt ausgibt.
Was ist Passthrough oder Bitstream?
Damit wird die Audiospur undecodiert an den AV-Receiver oder die Soundbar gesendet. Das externe Gerät übernimmt dann die Verarbeitung von Dolby Digital, DTS, TrueHD oder DTS-HD.
Warum spielt VLC manche AAC-5.1-Dateien nicht korrekt ab?
VLC sendet AAC normalerweise nicht per Passthrough. Es decodiert die Spur und erzeugt Mehrkanal-PCM, aber in manchen Konfigurationen kommt der Ton am Ende als Stereo oder mit falscher Kanalzuordnung an.
Wann sollte ich PotPlayer statt VLC verwenden?
PotPlayer ist besonders nützlich, wenn eine AAC-5.1-Datei nicht korrekt als Mehrkanal-PCM ankommt. Er kann sie decodieren und in Echtzeit in Dolby Digital AC3 umwandeln, damit Soundbar oder Receiver alle sechs Kanäle erkennen.
Muss ich Windows als 5.1 konfigurieren?
Ja. Wenn du Mehrkanal-PCM verwendest, musst du in Windows die tatsächliche physische Lautsprecheranordnung auswählen. Wähle nicht 7.1, wenn dein System 5.1 ist.
Kann ich aus einem Stereo-System 5.1-Sound bekommen?
Nein. Für echten Surround-Sound brauchst du eine Soundbar, einen Receiver oder ein Lautsprechersystem, das 5.1 oder 7.1 unterstützt. Mehr Kanäle in Windows auszuwählen macht aus einem Stereo-System kein Mehrkanalsystem.
Welche Frequenz sollte ich in Windows auswählen?
Verwende zunächst 48.000 Hz, die übliche Frequenz für Filmton. 96 oder 192 kHz auszuwählen fügt keine Kanäle hinzu und verbessert eine mit 48 kHz aufgenommene Spur nicht automatisch.
Ist es besser, den PC direkt mit dem Receiver zu verbinden oder zuerst über den Fernseher zu gehen?
Die direkte Verbindung ist meist einfacher:
PC → Soundbar oder AV-Receiver → Fernseher
Wenn der Fernseher über ARC dazwischenliegt, muss auch er das Format unterstützen und durchlassen. Manche Fernseher reduzieren Mehrkanal-PCM auf Stereo oder blockieren bestimmte Formate.
Verbessert DXVA den Ton?
Nein. DXVA nutzt die Grafikkarte, um die Videodecodierung zu unterstützen, die CPU zu entlasten und Ruckler zu vermeiden. Es verändert den Ton nicht und verbessert seine Qualität nicht.
Wie finde ich heraus, welches Audioformat ein Film hat?
In VLC kannst du die Datei öffnen und zu folgendem Menü gehen:
Werkzeuge → Codec-Informationen
Dort siehst du Codec, Kanalzahl, Abtastrate und Bitrate der Spur.
Welche Formate funktionieren normalerweise per Passthrough?
Am häufigsten sind Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS und DTS-HD. AAC, FLAC und Opus werden dagegen meist als PCM decodiert.
Kann ich Kodi anstelle von VLC oder PotPlayer verwenden?
Ja. Kodi kann Mehrkanalton abspielen, Passthrough aktivieren und Hardwarebeschleunigung nutzen. Besonders praktisch ist es, wenn der Computer dauerhaft als Medienzentrum dient.

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